Wenn nicht vom Fischmarkt, woher dann?

 

Am 15.08.22 berichtete Thomas Oysmüller auf https://tkp.at/2022/08/15/who-markt-von-wuhan-nicht-ursprung-von-covid/ über Ergebnisse der Genfer WHO-Hauptversammlung im Mai 2022, wonach  der Fischmarkt von Wuhan nicht der Ursprung des Covid-Ausbruchs gewesen sei. Damit kann nur die Laborthese, wonach es sich um ein gentechnisch manipuliertes Virus aus dem Labor handeln müsste, eine plausible Erklärung sein. Auch Veröffentlichungen auf https://www.n-tv.de/wissen/Laborthese-zum-Corona-Ursprung-ist-zurueck-article22567573.html, https://www. alexander-wallasch.de/gesellschaft/immer-mehr-fakten-sprechen-fuer-die-laborthese-us-berater-anthony-fauci-schwer-in-schieflage und https://transition-news.org/us-aussenministerium-schatzte-die-labor-these-schon-im-april-2020-als-hochst kommen zu dieser Einschätzung.

Bei der „Laborthese“ stellt sich aber die Frage, was konkret darunter zu verstehen ist. In diesem Text sollen verschiedene denkbare Varianten dieser Laborthese kurz gedanklich durchgespielt werden. Dabei handelt es sich natürlich um Verschwörungstheorien, und es kann durchaus noch weitere Ausprägungen geben. Weiter ist klarzustellen, dass auch für Geheimdienste, Terroristen oder die Pharmaindustrie die Unschuldsvermutung gilt. Es werden hier nur Indizien erwähnt und bewertet; es wird niemand beschuldigt.

Die britischen Zeitungen The Telegraph, Daily Mail, The Sun, The Guardian und das amerikanischen Magazin Newsweek berichteten Anfang Oktober 2021 über im September durchgesickerte Dokumente eines Zuschussantrags an die DAPRA (Defense Advanced Research Projects Agency), die dem US-Verteidigungsministerium untersteht. In der Vergangenheit wurden des Öfteren Forschungsprojekte für biologische Waffen, die in den USA aus Sicherheitsgründen verboten sind, mit DAPRA-Förderung an das Wuhan Institute of Virology ausgelagert. Der Antrag wurde vom Präsidenten der bestens vernetzten Gesundheits-Lobby-Organisation „EcoHealth Alliance“ Peter Daszak auch im Namen des Wuhan Institute of Virology (WIV), der University of North Carolina und Duke National University of Singapore eingereicht. Das Ziel war, genetische Daten eng verwandter Virenstämme zu mischen und völlig neue Viren zu züchten. Der Förderantrag wurde zwar abgelehnt, die Forschung muss deshalb aber nicht unterblieben sein. Sie könnte vom WIV und dem chinesischen Militär ohne Förderung durch die DAPRA durchgeführt worden sein, oder von den USA in anderen Labors, die dem Rivalen China das gewonnene Know-How nicht überlassen hätten. Im Ukraine-Krieg hat Russland gemeldet, in den eroberten Gebieten geheime US-Biowaffen-Labore entdeckt zu haben.

Bei der Laborthese wird bisher von einem Unfall am WIV ausgegangen. An den eigentlich harmlosen Corona-Viren könnte erforscht worden sein, wie ihre Gefährlichkeit erhöht werden könnte. Gegen diese These spricht aber, dass sich China beim Zivilschutz als sehr kompetent und bei der Eindämmung der Viren als übertreiben vorsichtig gezeigt hat. Dem WIV war bewusst, dass es sich bei der Gain-of-Function-Forschung um höchstgefährliche Experimente handelte, die wegen ihrer Gefahren in den USA verboten waren. Weil es zu den elementaren Vorsichtsmaßnahmen gehört, gefährliche Experimente in unbewohnter Umgebung und nicht in einer Millionenstadt durchzuführen, ist zu vermuten, dass auch das WIV seine Hochrisikoforschung auf Außenstellen ausgelagert hat. Dann könnte es aber in Wuhan auch keinen Unfall gegeben haben. Bei einem Unfall in der Ukraine hätte es aber die ersten gemeldeten Fälle in der Ukraine und nicht in China geben müssen. Die These vom Laborunfall hätte also ein logisches Problem.

 

Absicht?


Bisher wurde nicht öffentlich diskutiert, ob die künstlich erzeugten Viren nicht auch absichtlich verbreitet worden sein könnten. Es ist wohl für einen staatlichen Geheimdienst machbar, an einem wenig überwachten und belebten Ort eine Einrichtung zu platzieren, mit der kontaminierte Aerosole verbreitet würden, und sie nach ein paar Stunden oder einem Tag wieder zu entfernen. Dann wäre die Verbreitung der Viren in Wuhan eine falsche Spur gewesen, und die Urheber dieser Aktion wären dann eher in den USA als in China zu suchen. Dann ist es aber unlogisch, dass die USA dieses Spiel nicht fortgesetzt haben und die Laborthese - wie die von Chemiewaffen im Irak - nicht zeitnah in der Öffentlichkeit vertraten.

Vielleicht war das aber hinter den verschlossenen Türen der Diplomatie der Fall und die USA haben ihre Geheimdienstinformationen über einen Laborunfall in Wuhan mit ihren Verbündeten geteilt, die es sich aber angesichts der Irak-Erfahrung ohne harte Beweise nicht mit China verderben wollten. Dass hätte auch erklären können, warum Ende Februar / Anfang März 2020 die Einschätzung zur Gefährlichkeit der neuartigen Viren durch die Regierungen schlagartig wechselte. Im Sommer 2020, als man die relative Ungefährlichkeit von Covid-19 einschätzen konnte, hätten sich die Regierungen mit der öffentlich bestrittenen Labortheorie und der veränderten Bewertung vom März in ein Netz von Lügen verstrickt, aus dem sie sich nicht mehr ohne Gesichtsverlust hätten befreien können. Und die Pharma-Lobby war schon sehr aktiv.

 

Die USA hätten sich mit einer solchen Aktion selbst geschädigt, denn sie waren am Ende wesentlich stärker betroffen als China. Aber auch bei den Sanktionen gegen Russland schädigt sich der Westen eher selbst, während Russland von den gestiegenen Weltmarktpreisen für Öl und Gas sogar profitiert.

Allerdings ist auch eine absichtliche Verbreitung durch China nicht auszuschließen. Die Verbreitung der Viren in Wuhan hätte dann damit erklärt werden können, dass sich die Auslandsagenten bei der Verbreitung der Viren selbst angesteckt und die Viren dann zuhause verbreitet hätten. Es wäre aber ein geheimdienstlicher Anfängerfehler gewesen, für die Verbreitung WIV-Mitarbeiter oder Agenten aus Wuhan auszuwählen und diese nach ihrem Auslandseinsatz nicht unter Quarantäne zu stellen. Für die chinesische Urheberschaft spricht aber, dass China nach der Pandemie wirtschaftlich stärker dasteht als die stark geschwächten Volkswirtschaften der USA und Europas. Es wäre aber zu fragen, ob das für China vorhersehbar und die Verbreitung der Viren als Angriff in einem Wirtschaftskrieg gegen den Westen damit plausibel war.

Völlig unberücksichtigt wurde auch die Möglichkeit, dass die Viren von Terroristen verbreitet worden sein könnten. Dann hätte es zunächst Bekennerbriefe gegeben. Dass die Medien nicht darüber berichtet haben ist angesichts der gleichgeschalteten Presse kein Beweis dafür, dass es sie nicht gegeben haben kann. Das Ziel des Angriffs von Terroristen wären aber eher die USA  als China gewesen. Zwar gab es in den USA schon bald höhere Fallzahlen als in China, die gemeldeten Fälle aus Wuhan hätten aber trotzdem ein mögliches Al-Quaida-Bekenner-Video über einen Biowaffen-Angriff auf die USA und Europa bezüglich seiner Glaubwürdigkeit sehr gestört. Auch wegen des erheblichen technischen Aufwands wäre die Terroristen-Theorie wohl die unwahrscheinlichste Variante.

Zu den üblichen Verdächtigen dürfte auch Nordkorea gehören. Hier wäre man vielleicht technisch in der Lage, Viren gentechnisch zu verändern. Nordkorea hätte aber keinen Grund, eine falsche Fährte nach Wuhan zu legen. Auch diese Variante erscheint deshalb als unwahrscheinlich.

 

Pharmaindustrie?


Es wurde ebenfalls nicht diskutiert, ob die Viren vielleicht von der Pharmaindustrie absichtlich verbreitet worden sein könnten, damit diese ihre mRNA-Impfstoffe entwickeln und verkaufen konnte. Gegen diese Variante spricht hauptsächlich die Ungeheuerlichkeit dieser Variante. Die technischen Möglichkeiten dürfte die Pharmainustrie anders als Terroristen haben. Eine falsche Fährte nach Wuhan hätte sie ebenfalls legen können. Im Zusammenhang mit dieser Frage sollte auch auf einige Auffälligkeiten hingewiesen werden.

Mit dem Event 201 am 18.10.19 in New York, dem Firmensitz von Pfizer, lieferten die Gates-Stiftung, die Johns-Hopkins-Universtität und das Welt-Wirtschafts-Forum eine Handlungsanleitung für den Umgang mit einem neuartigen Corona-Virus - 5 Monate vor dem Lockdown. Einziger Regierungsvertreter war der Generaldirektor des „Chinese Center for Disease Control and Prevention“. Sollte er gezielt sensibiliiert werden? Sofort nach den chinesischen Meldungen an die WHO (3 Monate nach dem Event 201) warb die Gates-Stiftung, die nach Angaben der US-Börsenaufsicht seit August 2019 an der BioNTech SE beteiligt ist, (und zwar mit der 17,9-fachen Anzahl der offiziellen Aktien von Pfizer - für Bill Gates noch immer Kleingeld) für einen noch nicht existierenden Impfstoff und einen Lockdown bis zu seiner Bereitstellung. BioNTech gehört offiziell nicht zum Pfizer-Konzern, ist aber von ihm abhängig. Natürlich wusste Bill Gates als Großaktionär, dass BioNTech ein als Krebsmittel entwickeltes gentechnisches mRNA-Präparat in der Pipeline hatte, das unter normalen Bedingungen niemals oder mindestens erst nach 10-20 Jahren Langzeitstudien als Impfstoff (also zur Behandlung gesunder Menschen) zugelassen worden wäre.
 
Aber die Pharma-Lobby war bei der Bearbeitung von Politikern schon immer sehr effektiv. Die Gesundheitspolitik läuft wie „geschmiert“! Und die öffentlich-rechtlichen Sender verbreiteten seit März 2020 nur noch Dauerwerbesendungen für Corona-Impfstoffe. Die Corona-Hysterie war für Pfizer mit seiner Marionette BioNTech die Chance, Milliarden an Entwicklungskosten einzusparen und noch mehr an dem Verkauf der Produkte zu verdienen.

BioNTech hat lt. Geschäftbericht 2019 schon an Corona-Impfstoffen geforscht, bevor in den Medien die ersten Fälle aus Wuhan gemeldet wurden. Für das finanziell stets klamme Unternehmen wäre die Entwicklung eines Impfstoffs für eine Krankheit, für die die Abrechnungsstatistik der Deutschen Krankenhausgesellschaft in 2019 ganze 1.009 Fälle verzeichnete, nicht sinnvoll gewesen. Könnte man in Mainz von der bevorstehenden Welle gewusst haben?

Am 03.05.20 wurde in Frankreich eine Studie veröffentlicht, die Covid-19 in Abwasserproben vom Dezember 2019 aus Paris nachgewiesen hatten. (Quelle: Deslandes et al., “SARS-CoV-2 was already spreading in France in late December 2019”, https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0924857920301643). Am 18.06.20 wurden Ergebnisse aus Mailand, Turin und Bologna veröffentlicht, die zu dem gleichen Ergebnis (schon im Dezember 2019) kamen. (Quelle: ISS, “CS N°39/2020 - Studio ISS su acque di scarico, a Milano e Torino Sars-Cov-2 presente già a dicembre”, https://www.iss.it/ web/guest/primo-piano/-/asset_publisher/o4oGR9qmvUz9/content/id/5422725). Am 26.06.20 berichtete die Universität von Barcelona, dass sogar schon im März 2019 Spuren von Covid-19 gefunden wurden. (University of Barcelona, Spain. [G. Echevarria-Miró, E. Anfruns-Estrada, S. Guix, R.M. Pintó, A. Bosch], Sentinel surveillance of SARS-CoV-2 in wastewater anticipates the occurrence of COVID-19 cases, https://www.medrxiv.org/content/ 10.1101/2020.06.13.20129627v1.full.pdf) Es kann der Verdacht aufkommen, dass Pfizer und Bill Gates von der Verbreitung der Corona-Viren wussten, bevor sie eigentlich davon wissen konnten. Wenn sie selbst für die Verbreitung gesorgt gehabt hätten, wäre diese  Kenntnis erklärbar gewesen.
 
Man muss die Person Bill Gates richtig einordnen. Er ist kein James-Bond-Bösewicht, der die Weltherrschaft erringen will – die hatte er mit Microsoft schon. Er ist ein guter Marketing-Stratege! Für ihn sind die Menschen willenlose Konsumenten, denen er mit einer guten Kampagne alles verkaufen kann. Und eine gute Marketing-Kampagne hat wie eine feindliche Übernahme an der Börse Ähnlichkeiten mit einer Verschwörung. Den Menschen wird eine frisierte Geschichte erzählt, bei der die verbreiteten Informationen zielgerichtet dosiert und Teile der Wahrheit mindestens zurückgehalten werden. Bill Gates glaubt wahrscheinlich, dass die Gentechnik ein Fortschritt für die Menschheit ist. Sein Einstieg bei BioNTech im August 2019 und die Ausrichtung des Events 201 im Oktober 2019 lagen zu dicht beieinander, als dass Bill Gates der Strippenzieher gewesen sein konnte. Der wahrscheinlichere Ablauf ist, dass Pfizer mit PR-Experten und Lobbyisten nach einer Marketing-Strategie gesucht hat, um den Gentechnik-skeptischen Europäern das von BioNTech entwickelte Krebsmedikament als Impfstoff und damit als Massenware zu verkaufen.

Ein Marketing-Stratege könnte auf die Idee gekommen sein, dass man eine bedrohliche Pandemie bräuchte, gegen die die mRNA-Technik als einzige Rettung propagiert würde. Diese Botschaft könnten natürlich nicht die Pharma-Konzerne verbreiten, sondern die WHO und die nationalen Regierungen müssten entsprechend bearbeitet werden. Die Lobbyisten mussten den Entscheidungsträgern einreden, dass eine Pandemie wie im Szenario des Events 201 nur eine Frage der Zeit wäre, und dass auf der Grundlage der Vorschläge des Events nationale Pandemiepläne entwickelt werden müssten. Die Gates-Stiftung wäre gebraucht worden, um den Pfizer-Einfluss zu verdecken.

 

Bereits 1867 schrieb Karl Marx im „Kapital“: „Das Kapital hat einen horror vor Abwesenheit von Profit oder sehr kleinem Profit, wie die Natur vor der Leere. Mit entsprechendem Profit wird Kapital kühn. Zehn Prozent sicher, und man kann es überall anwenden; 20 Prozent, es wird lebhaft; 50 Prozent, positiv waghalsig; für 100 Prozent stampft es alle menschlichen Gesetze unter seinen Fuß; 300 Prozent, und es existiert kein Verbrechen, das es nicht riskiert, selbst auf Gefahr des Galgens.“ (Karl Marx, Das Kapital, Bd. 1, zitiert nach: Intitut für Marxismus-Leninismus beim ZK der SED, Marx-Engels-Werke Bd. 23, Berlin/DDR 1962, S. 788) Der Profit des BioNTech-Konzerns lag in 2021 mit Umsatzerlösen von 18.976,7 Mio.€, einem Jahresüberschuss von 10.292,5 Mio.€ und einem Eigenkaptal am Jahresanfang von 1.371,8 Mio.€ deutlich höher. Die Umsatzrentabilität lag bei 54,2 % und die Eigenkapitalrentabilität bei 750,3 %; weit mehr als die von Marx erwähnten 300 %. Und seit der Abschaffung der Todesstrafe würde niemand bei BioNTech mehr den Galgen riskieren. Die REWE-Gruppe hatte in 2021 69.355,9 Mio.€ Umsatz, 755,6 Mio.€ Jahresüberschuss und 7.555,0 Mio.€ Eigenkapital am Jahresanfang. Hier lag die Umsatzrentabilität also bei 1,1 %  und die Eigenkapitalrentabilität bei 10,0 €, nach Marx „sicher“ statt waghalsig. 

 

 

Klarstellung:

 
In diesem Text soll niemand bechuldigt werden. Es wird lediglich bezweifelt, dass in der Millionenstadt Wuhan überhaupt eine Risikoforschung betrieben wurde und daraus geschlussfolgert, dass es einen Laborunfall in Wuhan wohl nicht gegeben haben kann. Daraus wird gefolgert, dass die Labortheorie auf eine absichtliche Verbreitung der Viren hindeutet und festgestellt, dass die ungewöhnlich frühen Kenntnisse des Pfizer-Konzerns und von Bill Gates bei ihrer Urheberschaft erklärbar wären. Daraus folgt nicht, dass es keine andere plausible Erklärung geben kann und dass für die Verbreitung der Viren nicht auch eine andere Erklärung in Betracht kommt. Es handelt sich hier also nur um eine Abwägung von Wahrscheinlichkeiten, die natürlich als Verschwörungstheorie bezeichnet werden wird.

 16.08.22


Am 18.08.22 auch auf https://tkp.at/2022/08/18/covid-laborthese-wenn-nicht-vom-markt-woher-dann/ erschienen.