siehe auch unter "Wahl"

 

 

 

Immer der gleiche Fehler

  

Die Regierungen der westlichen Welt entwickeln ein immer stärkeres Talent, sich in Sackgassen zu manövrieren, auf falsche Pferde zu setzen und Böcke zu Gärtnern zu machen.

Aktuell ist der Westen darüber entsetzt, dass sich die teuer ausgerüstete und lange ausgebildete afghanische Armee kampflos den Taliban ergibt, die ihr mit Kalaschnikows auf Mopeds und Pickup-Trucks entgegenkommen. Die Politiker leben unter einer Käseglocke, und die Welt funktioniert anscheinend anders, als sich die selbsternannten politischen Eliten das vorstellen können.

 


 

Vor über 19 Jahren wurde ein Krieg begonnen, und niemand hatte eine Idee, wie man ihn wieder beenden kann. Mit der gewaltsamen Vertreibung der Taliban schuf man ein Machvakuum, das der CIA-Kandidat Karzai ausfüllen sollte. Sein Bruder war der mächtigste Drogenhändler Afghanistans, und in dieser Rolle vielleicht nur der Strohmann des Präsidenten. (https://www.nachdenkseiten.de/wp-print.php?p=4299, gestützt auf New York Times, https://www.nytimes.com/2009/10/28/world/asia/28intel.html?_r=2&hp=&pagewanted=print) Der stützte sich auf die sog. Warlords, also mafiöse Strukturen. Mit viel Entwicklungshilfe wollte man die Menschen für den Westen gewinnen, doch das Geld versickerte in den Taschen der korrupten Oberschicht. Natürlich lernte das Land nicht, auf eigenen Füßen zu stehen. Kann es dann überraschen, dass die afghanischen Soldaten ihr Leben nicht für ihre korrupte Führung riskieren wollte, der man ohne die Ausländer nichts zutraute! Aber über solche Zusammenhänge hat anscheinend in 19 Jahren niemand nachgedacht.

Dieser Schlamassel war spätestens vor 15 Jahren erkennbar. Dann hätten die ausländischen Truppen das Land eigentlich verlassen sollen, aber die Politiker fanden keinen Ausgang. Als sich die USA genervt für ein Ende mit Schrecken, statt einem Schrecken ohne Ende entschieden, musste die Bundesregierung ihr folgen.

Man sagt: „Hinterher ist man immer klüger!“ Aber die USA wurden nie aus Schaden klug. In Irak, Libyen und Syrien wiederholte man immer den gleichen Fehler, in Syrien war es nur ein missglückter Versuch. Es werden Regierungen gestürzt, und man hat keinen durchführbaren Plan für die Zeit danach. Und mit Corona lief es genauso. Mit Beschränkungen waren die Politiker schnell, als sich der erhoffte Erfolg nicht einstellte, fiel ihnen das Eingeständnis des Scheiterns und der Rückzug schwer.

Eigentlich hätte man sich wie 1957 und 1968 bei der Asiatischen Grippe und der Hongkong-Grippe auf einen Schutz von Risikogruppen beschränken müssen, und beim Rest der Bevölkerung auf eine natürliche Immunisierung durch Ansteckung setzen sollen. Die Politiker hörten aber auf Bill Gates, die Pharmaindustrie und die von ihnen bezahlten Experten, die ihre eigenen Interessen verfolgen. Also setzte die Politik auf permanente Lockdowns und unzureichend getestete Impfstoffe. Eine Sackgasse, wie in Afghanistan!