erfolgreich gegen Corona

Ehrliche Antworten, die von der Regierung nicht zu erwarten sind:

 

Unsere Fragen vom 28.04.20 wurden von mehr als 5 % der Bundestagsabgeordneten unterstützt. Die Regierung muss jetzt darauf antworten. Um ihr die Arbeit zu erleichtern, habe ich schon die wahrscheinlich richtigen Antworten vorgeschlagen:

 

 

1) Welche konkreten Szenarien lagen am 13.03.20 vor, und aus welchen Grund hat sich die Regierung für Kontaktbeschränkungen und gegen die Herstellung der Herdenimmunität entschieden?

  

Das Handelsblatt vom 26.03.20 schrieb: „In den ersten Monaten der Coronakrise waren die Politiker das größte Problem, weil sie keine Ahnung von Virologie hatten. Jetzt, da die Seuchenexperten übernommen haben, zeigt sich eine andere Schwäche: Virologen haben im Gegenzug wenig Ahnung von Politik oder gar Wirtschaft.“ (https://www.handelsblatt.com/meinung/kommentare/kommentar-die-neue-macht-der-virologen/25684390.html?ticket=ST-3115279-NqGXeWDzEgBcJajRMSKA-ap6) Nach dem Papier von Stephan Kohn aus dem Bundesinnenministerium (BMI) mit dem Titel „Analyse des Krisenmanagements“ gab es keine professionelle Risikobewertung, und es kann dann auch keine normale Entscheidungsvorbereitung gegeben haben. Die Regierung hat die Macht Virologen überlassen, die von der Pharmaindustrie gesponsert werden, und für die eine Problemlösung ohne Medikamente keine Option ist. Sie gefährden lieber die wirtschaftliche Grundlage unseres Landes, als die Umsätze ihrer Sponsoren. 

Es gab also keine Szenarien, sondern nur Horrormeldungen aus der Pharmaindustrie, die der Regierung vom Robert-Koch-Institut (13 von 16 Mitglieder der Ständigen Impfkommission des RKI werden von der Pharmaindustrie bezahlt) vorgelegt wurden. Es wurde uns schon von einem CDU-Abgeordneten mitgeteilt, dass ohne Lockdown von 75.000 Infektionen täglich ausgegangen wurde. Bei einer in der Heinsberg-Studie ermittelten Dunkelziffer von 90 % wäre das 7.500 täglich gemeldete Fälle gewesen. Von den aktuell gemeldeten Fällen mussten durchschnittlich etwa 20 % (= 1.500 – das RKI-Szenario rechnete mit 4,5 % der Infektionen, also 45 % der gemeldeten Fälle) für 14 Tage ins Krankenhaus, was 21.000 Patienten über mehrere Wochen ergibt. Mit Lockdown lag der Spitzenwert bei 5.705. Aus dem Dunkelfeld ist dagegen niemand ins Krankenhaus gegangen, denn dann wären diese Fälle ja gemeldet worden. Die Krankenhäuser haben aber 125.000 Betten für Corona-Patienten freigemacht. Nach dem RKI-Szenario wurde mit einem 25-%-Anteil auf Intensivstationen gerechnet, also 5.125 Patienten. Mit Lockdown lag der Spitzenwert bei 2.908 und es waren ständig etwa 12.000 Intensivbetten frei. Auch ohne Lockdown wäre selbst die Hightech-Medizin nicht an ihre Kapazitätsgrenze gekommen, und das Gesundheitssystem insgesamt wäre auf keinen Fall zusammengebrochen. Es sollte auch Pläne für den Katastrophenschutz geben, wie man selbst Millionen von Kranken oder Verletzten noch mindestens notdürftig versorgen kann; Hightech-Medizin geht dann natürlich nicht mehr. Das Gesundheitssystem würde aber auch dann nicht zusammenbrechen. Nach dem Papier aus dem BMI ist diese Planung aber wohl sehr lückenhaft.
 
Es hat sich also niemand die Mühe gemacht, die Zahlen des RKI durchzurechnen. Stattdessen wurden die Empfehlungen des RKI umgehend umgesetzt. Das RKI wiederum wird von der Pharmaindustrie beeinflusst. Man hat sich für die Kontaktbeschränkungen entschieden, weil die Herdenimmunität schlecht für das Geschäft ist.


 

2) Was waren die Gründe, wegen der die Regierung in der Covid-19-Pandemie eine Bedrohung für die Bevölkerung sieht, obwohl sich die Sterblichkeit nicht wesentlich von den alltäglichen Todesfällen unterscheidet und sie sogar wesentlich niedriger ist als im Januar/Februar 2017, März/April 2018 und Juli/August 2018, als die Regierung keinerlei Aktivität gezeigt hat.

 

Die Antwort hat der erwähnt CDU-Abgeordnete schon gegeben. „Leider wird hier oft vergessen, dass es gegen Grippe jährliche Impfungen von besonders gefährdeten Menschen gibt!“ Es geht also nicht darum, Leben zu retten, sondern Impfstoffe zu verkaufen, auch wenn die erst noch entwickelt werden müssen. Gegen die Grippe gibt es schon Impfstoffe. Deren Patente sind aber schon ausgelaufen und die Profite sind für die Pharmaindustrie nicht mehr sehr attraktiv. Mit Corona-Medikamenten kann man dagegen einen neuen Markt erschließen.
 
Wie das Handelsblatt geschrieben hat, wurde die Regierungsmacht an mit der Pharmaindustrie gut vernetzte Virologen abgegeben, und eine Panik ist gut für das Geschäft. - Geld regiert die Welt! Transparency International kritisierte während der Schweinegrippe 2009, dass 13 der 16 Mitglieder der Ständigen Impfkommission des Robert-Koch-Instituts von der Pharmaindustrie bezahlt wurden. Diese Branche ist keine Wohltätigkeitsorganisation, sie will Umsatz machen. Warum haben die großen Pharmaunternehmen mit Ausnahme von Fresenius Vertriebskostenanteile von 30 %, obwohl der Vertrieb von Großhandel und Apotheken organisiert wird und für verschreibungspflichtige Medikamente nicht geworben werden darf? Sind die Masse der hier verbuchten Kosten Provisionen? Wer gut schmiert, der gut fährt! Aber wer diesen Zusammenhang aufzeigt wird als Verschwörungstheoretiker abgestempelt. 

 

 

3) Mit welchen Gründen rechtfertigt die Regierung die hohen wirtschaftlichen Schäden und die zusätzlichen Sterbefälle, die aus ihren Maßnahmen resultieren, vor allem unter Berücksichtigung der geringen geretteten Lebenszeit.

 
Aus dem Regierungslager wird jede Berechnung einer Restlebenszeit von Geretteten empört zurückgewiesen. Sie hält ihre Geldquellen für unendlich und die Regierungen sind es gewohnt, die Steuergelder der Bürger für unsinnige Zwecke zum Fenster hinauszuwerfen. Politiker denken nur bis zur nächsten Wahl, und die ist in 16 Monaten. Weil die Kanzlerin dann sowieso nicht mehr antreten will, kann ihr die Zukunft unseres Landes egal sein. Es gilt das Motto: Nach uns die Sindflut! 

Wie das Papier aus dem BMI belegt, waren die mit den Maßnahmen der Regierung verursachten Kollateralschäden, finanziell wie immateriell, nie ein Thema. Sie rechtfertigt diese Schäden nicht, weil sie sie nie bei ihren Entscheidungen berücksichtigt hat.

Ohne Lockdown wäre nach dem mit 75.000 täglichen Infektionen durchgerechneten RKI-Szenario mit den dreifachen Todesfällen zu rechnen gewesen. Der genannte CDU-Abgeordnete nannte die vierfache Anzahl, und wenn man den Vergleich von Norwegen (mit Lockdown) und Schweden (ohne Lockdown) auf Deutschland mit und ohne Lockdown auf Deutschland übertragen würde, hätten es auch die 6,7fachen Fallzahlen sein können. Die jetzt Geretteten werden noch durchschnittlich 1.000 Tage leben. Die Zahl der Menschen, die wegen einer schweren Krankheit in den nächsten 2 Monaten mit ihrem Tod rechnen müssen, kann (bei 950.000 Todesfällen jährlich) auf etwa 140.000 geschätzt werden. Sie wären sehr stark von Covid-19 betroffen gewesen. Lt. RKI vom 12.05. sind 2.786 Bewohner von Alten- und Pflegeheimen gestorben, die dort im Mittel 11 Monate bis zu ihrem Tod leben. Bei 7.533 Todesfällen insgesamt sind das 37 %, und weil sie nicht sofort nach ihrem Einzug infiziert wurden haben die vermiedenen Todesfälle (5.500, 8.300 oder 15.900) also noch im Mittel etwa 150 Tage mit eingeschränkter Lebensqualität gelebt. Es gab auch die 30jährigen, die nichts von ihrer Krebserkrankung wussten, ohne Corona nicht zum Arzt gegangen wären und ohne Corona noch 2 Jahre gelebt hätte. Und es gab auch verstorbene 3 Kinder, die einen dreifachen Vater ebenso wenig kaltlassen wie bei Verkehrsunfällen verstorbene Kinder. Ob es bei 6,7fachen Todesfällen dann 20 tote Kinder gegeben hätte ist aber reine Spekulation.

Die Regierung will solche Szenarien nicht durchrechnen. Sie verweigert jeden nüchternen Blick auf die Todesfallstatistik des Statistischen Bundesamtes und sie ist nicht bereit, mit der nötigen Kaltblütigkeit zu regieren. Für ihr gutes Gefühl ist sie bereit, unsere Wirtschaft in den Ruin zu stürzen.

 

 

4) Was sind die Gründe für die Schließung von Kindertagesstätten, Kindergärten, Schulen und Hochschule, wenn die Erkrankung doch an jungen Menschen spurlos vorbeigeht und eine natürliche Immunität möglichst vieler Menschen eher hilfreich im Kampf gegen noch wenig bekannte Erreger ist?

  

Politiker denken zuerst an ihre Wähler. Die treuesten Wähler von SPD und Union sind die Rentner. Die jungen Menschen sind der Regierung egal!

Es soll mit aller Kraft vermieden werden, dass bis zur nächsten Wahl überdurchschnittlich viele CDU- und SPD-Wähler sterben, damit die Wahlergebnisse noch einigermaßen stabilisiert werden. Junge Menschen, die nur zu einem geringen Anteil CDU und SPD wählen, sind für die Regierungsparteien zunächst nur Gefährder für ihre Wähler. Kinder und Jugendliche sind gar keine Wähler. Die Belastungen für diese Personengruppen sind dann Nebensache. 

Politiker haben Angst vor unangenehmen Wahrheiten. Natürlich sterben alte Menschen häufiger als junge, und meistens an Krankheiten statt an Unfällen. Selbst diese banale Wahrheit möchte ein Politiker seinen Wählern lieber verschweigen. Und wenn die Medien über eine Infektionswelle berichten, an der – wie bei anderen Krankheiten auch, was die Medien dann aber nicht betonen – viele alte Menschen sterben, und wenn das dann auch noch die eigenen Wähler sind, dann muss die Regierung einen planlosen Aktionismus entwickeln. Und von den Maßnahmen sind dann eher die Wähler anderer Parteien sowie die Nichtwähler betroffen. Den eigenen Wählern will man 16 Monate vor der Wahl dagegen nicht wehtun.

 

 

Unsere Fragen im Bundestag


Der Bundestag sorgt dafür, dass die Bundesregierung die Maßnahmen ihres Corona-Shutdowns mit Fakten begründen muss. Der AfD-Bundestagsabgeordnete Armin-Paulus Hampel startete nach dem Eingang unserer Fragen (Text siehe unten) eine Initiative in seiner Fraktion und fand zahlreiche Unterstützer für sein bzw. unser Anliegen.

„Hier geht es in erster Linie um die wichtigsten Grundrechte in einer freien demokratischen Gesellschaft. Die fünf Professoren wurden in den vergangenen Wochen in fast allen Medien, politischen Reaktionen etc. lächerlich gemacht, ausgegrenzt, verleumdet – oder es wurde ihre bis dahin tadellose wissenschaftliche Reputation in Frage gestellt. Wir nähern uns mit rasenden Schritten DDR-ähnlichen Verhaltensmustern. Mein Mandat verleiht mir und meinen Kollegen das Privileg, Fragen direkt an die Bundesregierung stellen zu dürfen. Wir tun dies stellvertretend für die fünf Wissenschaftler, um ihrem Bürgerrecht Geltung zu verschaffen“, sagt Hampel. (https://afdkompakt.de/2020/05/12/dank-afd-kommen-4-corona-fragen-kritischer-professoren-vor-die-regierung/)

Die Gruppe der 5 Lockdown-kritischen Professoren [wurde in Anlehnung an die „Göttinger Sieben“ (Gruppe von Göttinger Professoren, die 1837 gegen die Aufhebung der 1833 eingeführten liberalen Verfassung im Königreich Hannover protestierten) auch schon als „Mainzer Fünf“ bezeichnet], hat ihre Fragen an alle Fraktionen geschickt. Wir wollten niemanden ausgrenzen und auch nicht ausgegrenzt werden. Wir wollten uns den Stiefel, der in Thüringen geschustert wurde, aber auch nicht anziehen. Wo kommen wir hin, wenn wir berechtigte Fragen zurückziehen müssten, nur weil sie auch von der AfD gestellt werden? Sollen wir richtige Positionen für falsch erklären, nur weil die AfD sie auch für richtig hält? Sie ist nun einmal die stärkste Oppositionsfraktion und sie sieht sich – zu Recht – in der Rolle, die Regierung zu kontrollieren und wo es geht auch vorzuführen. Wenn wir die Handlungen der Regierung von Mitte März als überzogen und als Panik kritisieren, wenn sie einseitig und im Ergebnis falsch beraten wurde (was auch der Bundesverband Mittelständische Wirtschaft kritisierte), dann sollte der Oppositionsführer diese Kritik vertreten. Trotzdem bleiben wir überparteilich.

Die Form der Bürger-Anfrage ist für parlamentarische Verhältnisse ungewöhnlich. Nur wenn mindestens fünf Prozent der Parlamentarier das Anliegen mit Unterschriften unterstützen, dürfen Anfragen dieser Art überhaupt gestellt werden. Hampel erhielt mehr als das notwendige Quorum und beschreitet damit eine Anfrageform, die es seit 17 Jahren im Deutschen Bundestag nicht mehr gegeben hat.

Das Papier aus dem BMI mit dem Titel „Analyse des Krisenmanagements“, in dem die Reaktionen der Regierungen als weltweiter Fehlalarm bezeichnet werden, kommt zu der Erkenntnis: „Angesichts des sachlichen Befunds der vorliegenden Analyse und der dazu im Kontrast stehenden Entscheidungen der Politik, kann bei geschädigten Außenstehenden möglicherweise die Befürchtung aufkommen, dass das bestimmende Schutzziel des nationalen Krisenmanagements nicht mehr die Sicherheit und Gesundheit der Bevölkerung ist, sondern die Glaubwürdigkeit und Akzeptanz von Regierungsparteien und Regierungsmitgliedern. Aus derartigen Wahrnehmungen, die nicht per se irrational sind, kann in einem auf Zusammenhalt angelegten Gemeinwesen eine ungünstige Dynamik erwachsen, die vor allem mit rationalen Folgeentscheidungen durch Krisenmanagement und Politik – auf der Basis vollständiger Analysen – gut begrenzt werden kann.“ Diese Gefahr einer ungünstigen Dynamik ist sehr real und sie geht nicht von den Kritikern der irrationalen Entscheidungen aus.

 

 

Eine erste Antwort


Die Regierung hat auf unsere 4 Fragen und unsere Begründung (Text siehe unten) nicht geantwortet; das war zu befürchten. Lediglich ein CDU-Abgeordneter hat einem Bürger geantwortet. Den Wortlaut möchte ich hier analysieren:

Sein Kommentar:
Der „deutsche Weg“ ist im internationalen Vergleich zumindest bislang definitiv einer der besten! Viele Länder, z.B. Italien, Spanien, die USA und insbesondere New York sind Beispiele dafür, wie schlimm es auch bei uns hätte kommen können. Auch das Beispiel Schweden – für eine nicht „heruntergefahrene“ Gesellschaft – ist nicht zielführend. Schweden hat, gerechnet auf die Einwohnerzahl, mehr als vier Mal so viele Todesfälle wie Deutschland. In Ländern wie Südkorea, Taiwan oder gar China ging die Bekämpfung des Corona-Virus mit wirklich massiven Eingriffen in die Grundrechte einher. Das ist definitiv kein Modell für Deutschland! Die hier erwähnte Herdenimmunisierung würde ca. 75.000 Neuinfektionen pro Tag! erfordern. Das würde unser Gesundheitssystem definitiv überfordern und ist deshalb keine Option!

Meine Erwiderung:
Ich hatte die schwedischen Zahlen auf eine 6,7fache Sterberate hochgerechnet, und wir hätten dann das Doppelte einer normalen Grippewelle gehabt; das Regierungslager geht wohl nur von einer Vervierfachung der Sterberate aus.

Das Szenario der Politik war also 75.000 Neuinfektionen täglich; diese Information ist neu! Nach dem Szenario des RKI von Anfang März hätten davon 95,5 % keine oder nur leichte Symptome und 4,5 %, also 3.375 Personen täglich, müssten für ca. 3 Wochen ins Krankenhaus. Nach 9 Tagen würde ein Drittel auf die Intensivstation verlegt, wo die Hälfte nach 10 Tagen wieder gesund wäre und die andere Hälfte sterben würde (tatsächlich waren es 27,5 % statt 50 %). Das hätte nach 28 Tagen eine Spitzenbelastung der Krankenhäuser von 68.625 zusätzlichen Patienten ergeben; bei ca. 500.000 Krankenhausbetten bundesweit, von denen ca. 125.000 für die Pandemie mit der Absage medizinisch nicht dringender Behandlungen freigemacht wurden. Die Spitzenbelastung der Intensivstationen wäre bei 11.250 erreicht gewesen. Die wirkliche Spitzenbelastung lag jetzt bei 2.922, und es wird zusätzlich ein Berg von 12.000 freien Intensivplätzen vorgehalten. Die Sterbefälle hätten nach zwei Monaten bei 23.000 gelegen; statt jetzt 7.369 am 09.05.20 lt. RKI. 75.000 Neuinfektionen täglich wären also selbst nach den Anfang März vorliegenden Informationen gut verkraftbar gewesen. Um das festzustellen, hätte keine Fachkenntnisse, sondern einen Computer und ein Tabellenkalkulationsprogramm gebraucht. Die Berater konnten das nicht! Wenn man nach den Erkenntnissen der Heinsbergstudie von einer Dunkelziffer bei den Infektionen von 90 % ausgeht (oder den Kritikern folgend zwischen 83 und 97 %), dann war das RKI-Szenario etwas pessimistisch, aber durchaus realistisch. Sich als Politiker von der scheinbar hohen Zahl irritieren zu lassen war eine klassische Panik-Reaktion!

Böse Zungen mögen behaupteten, dass die offensichtliche Ablehnung gegenüber dem System der arabischen Zahlen auf der zunehmenden Ausländerfeindlichkeit beruhen könnte. Hier sollte man daran erinnern, dass diese Technik mit den vier Grundrechenarten vor 500 Jahren von Adam Riese in Deutschland bekannt gemacht wurde und dass sie nicht erst 2015 mit den Flüchtlingen aus Syrien zu uns gekommen ist. Vielleicht hat der hohe Juristen-Anteil unter den Politiker eine größere Bedeutung; judex non calculat! (der Richter rechnet nicht) Die feindselige Haltung der Politiker und Verwaltungsjuristen gegenüber den vier Grundrechenarten wird auch aus der folgenden Antwort erkennbar.

Unsere Aussage:
Es ist auch nicht bedrohlich, wenn wie in den Jahren 2016 bis 2018 90 % der Verstorbenen 60 Jahre oder älter sind und wenn 96,6 % dieser Altersgruppe an Krankheiten statt an Unfällen oder Gewalthandlungen stirbt. Bei Covid-19-Infektionen konnten bisher keine von diesem normalen Verlauf deutlich abweichende Verhältnisse beobachtet werden.

sein Kommentar:
Leider wird hier oft vergessen, dass es gegen Grippe jährliche Impfungen von besonders gefährdeten Menschen gibt!

meine Erwiderung:
Die Grippe wurde in diesen zwei Sätzen mit keinem Wort erwähnt; aber trotz Impfung sterben bei einer normalen Grippewelle 3 mal so viel Menschen wie mit Covid-19! Wie will die Politik alte Menschen davor schützen, an irgendeiner Krankheit zu sterben. Die Politiker scheuen die Wahrheit wie der Teufel das Weihwasser. Die Wahrheit ist: jedes Leben endet mit dem Tod, und Gott sei Dank betrifft das hauptsächlich alte Menschen und nicht die Jugend, was sich mit keinem Diskriminierungsverbot ändern lässt. Aber wer als Politiker die Wahrheit öffentlich ausspricht (wie der Tübinger Oberbürgermeister), wird gekreuzigt. Die Altersstruktur der Corona-Toten unterscheidet sich nur sehr geringfügig von der Altersstruktur aller Todesfälle. Ein besonderes Risiko alter Menschen, das über ihr allgemein erhöhtes Risiko an irgendeiner Krankheit zu sterben hinausgeht, ist statistisch nicht nachweisbar.

unsere Frage 3)
Mit welchen Gründen rechtfertigt die Regierung die hohen wirtschaftlichen Schäden und die zusätzlichen Sterbefälle, die aus ihren Maßnahmen resultieren, vor allem unter Berücksichtigung der geringen geretteten Lebenszeit.

Sein Kommentar:
Vor der Wirtschaft kommt klar der Mensch und seine Unversehrtheit!

Meine Erwiderung:
Die Wirtschaft ist nicht alles, aber ohne eine funktionierende Wirtschaft ist alles nichts! Für die Bürger ist es eine zentrale Frage, wovon sie in den nächsten Jahren leben sollen und wieviel Geld der Staat ihnen aus der Tasche ziehen wird, um die gigantische Zeche zu bezahlen, die die Politiker in ihrem Rausch versoffen haben. 

unsere Frage 4)
Was sind die Gründe für die Schließung von Kindertagesstätten, Kindergärten, Schulen und Hochschule, wenn die Erkrankung doch an jungen Menschen spurlos vorbeigeht und eine natürliche Immunität möglichst vieler Menschen eher hilfreich im Kampf gegen noch wenig bekannte Erreger ist?“

Sein Kommentar:
Die Ansteckungsgefahr von besonders gefährdeten Menschen

Meine Erwiderung:
Kinder und Jugendliche waren und sind gar nicht gefährdet! Hier will die Politik nichts verstehen. Die Kinder und ihre Familien sind aber von den Folgen dieser Politik geschädigt worden, z.B. wenn die Eltern Homeoffice, Homeschooling und die zusätzliche Kinderbetreuung vereinbaren sollten. Die Rentner sind die treuesten Wähler von Union und SPD, und die will man nicht verärgern. Wahrscheinlich will man ein Jahr vor der Bundestagswahl auch verhindern, dass den Regierungsparteien zu viele Wähler wegsterben. Würden die Rentner überwiegend AfD und Linke wählen, hätte man sich vielleicht zu einer robusteren Politik entschlossen. Kinder, Jugendliche und Familien haben dagegen keine Lobby!

allgemeiner Kommentar:
"Generell orientierten und orientieren wir bzw. die entscheidenden Stellen sich klar an den Meinungen, Einschätzungen und Vorgaben von Experten wie beispielsweise den Forschern des Robert-Koch-Instituts (RKI). Es ist sicherlich gut gemeint, wenn fünf Professoren verschiedener Fachrichtungen hierzu ihre Einschätzung abgeben. Allerdings vertraue ich weiterhin auf die Fachleute der Leopoldina oder des RKI."

meine Erwiderung:
Die Antwort des Abgeordneten hat insgesamt gezeigt, dass die Politik sich offenbar vom Robert-Koch-Institut nicht nur beraten ließ, sondern die Maßnahmen dort formuliert wurden. Auf die einfachsten kritischen Nachfragen und selbst auf das Nachrechnen der Zahlen wurde offensichtlich verzichtet. Man verbreitet keine Verschwörungstheorie, wenn man darauf hinweist, dass das Robert-Koch-Institut, z.B. in der Ständigen Impfkommission, bestens mit der Pharmaindustrie vernetzt ist, die hier ihre Marketingpolitik betreibt. Sie will selbst Impfstoffe verkaufen, die sie noch entwickeln muss. Mit diesen Beratern hat die Regierung den Bock zum Gärtner gemacht!

Vor 60 Jahren gab es keine Impfstoffe gegen Masern, Röteln, Windpocken & Co, die Kinder haben diese Krankheiten bekommen, durchgestanden und waren danach immunisiert. Ich erinnere mich, dass vor 50 Jahren an meiner Schule eine schwangere Lehrerin nach Hause geschickt wurde, weil es bei uns Röteln-Fälle gab - also eine Isolierung von Risikogruppen; sonst nichts. Meine Kinder wurden später geimpft, die Zeiten ändern sich. Ich möchte meine Eltern aber nicht als verantwortungslos bezeichnen, weil sie meine Geschwister und mich gemeinsam krank werden ließen statt uns zu isolieren. Sie haben unseren Tod nicht billigend in Kauf genommen. Heute bekommen die Eltern, die auf die Natur vertrauen und ihre Kinder nicht impfen lassen, dieses Etikett angehängt und ihnen gegenüber werden Formulierungen verwendet, die auch aus einer Anklageschrift wegen Mordversuch stammen könnten. Die Lobbys der Pharmaindustrie arbeiten effektiv. Was vor 50 Jahren bei den Kinderkrankheiten funktionierte und heute als unverantwortlich gilt, kann auch bei Covid-19 funktionieren, mindestens solange es keinen Impfstoff gibt. Das möchte die Pharmaindustrie aber lieber verhindern, denn wenn es ein Beispiel gibt, dass man ihre Produkte nicht wirklich braucht, ist das nicht gut für das Geschäft! 

Aber selbst wenn die Pharmaindustrie schnell einen Impfstoff aus dem Hut zaubern würde, hätte sie ein Problem. Nach den auch von ihr anerkannten Grundsätzen ist der Nutzen einer Impfung mit ihren Nebenwirkungen und Risiken abzuwägen. Diese Abwägung muss auf der Ebene des Individuums erfolgen. Das aktuelle Argument, die Enkel könnten ihre Großeltern anstecken, könnte dann nicht anerkannt werden. Bei Kindern und Jugendlichen, deren Erkrankungsrisiko (= Risiko einer ernsten Erkrankung statt einer bloßen Infektion) sich also im Promillebereich bewegt, müsste der Impfstoff absolut risikolos und völlig frei von jeder Nebenwirkung sein, und der Nutzen der Impfung würde die möglichen Nachteile noch immer nicht deutlich überwiegen; beide wären nahe Null! Wenn selbst ein absolut risikofreier Impfstoff in den Altersgruppen unter 30 also wegen des minimalen Krankheitsrisikos nicht eingesetzt werden dürfte; wie will man dann mit der aktuellen Argumentationslinie die Schulen und Hochschulen öffnen? Und wie will die Pharmaindustrie die absolute Risikofreiheit ohne langjährige klinische Studien überhaupt nachweisen?

Die Pharmaindustrie und das Robert-Koch-Institut haben die Politik mit ihrer Vision eines Impfstoffs in eine Sackgasse geführt, und die Politiker haben sich an der Nase herumführen lassen. Um einen Gesichtsverlust zu vermeiden müssen die Regierungen nun langsame Rückzieher machen und dabei immer wieder betonen, dass ihre unsinnigen Maßnahmen erfolgsreich gewesen seien. FDP und AfD würden das Regierungslager vielleicht erst 6 Monate vor der Wahl dafür angreifen und in der Zwischenzeit auf Zeit spielen. Linke und Grüne könnten das nicht glaubwürdig tun, denn sie hätten auch noch stärkere Einschränkungen befürwortet. Sie würden jetzt eher einen zweiten Lockdown gegen den Klimawandel fordern; das Volk hat sich ja so leidensfähig gezeigt und die alten Argumentationslinien mit Wirtschaftswachstum und Arbeitsplätzen wurden selbst von der CDU mit Leichtigkeit vom Tisch gewischt.
 
Der Wähler kann einen interessanten Wahlkampf erwarten!

 

5 Lockdown-kritische Professoren:


Am 28.04.2020 haben sich die Unterzeichner des folgenden Textes auf folgende gemeinsame Anfrage nach Art. 17 GG an die Fraktionen des Deutschen Bundestages verständigt. Wenn Sie ebenfalls Antworten auf diese Fragen wollen, dann können Sie sich an die Fraktionen wenden:
 
CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag        fraktion@cducsu.de
SPD-Bundestagsfraktion                                           direktkommunikation@spdfraktion.de
AfD-Bundestagsfraktion                                            buerger@afdbundestag.de
FDP-Bundestagsfraktion                                           dialog@fdpbt.de
Fraktion Die Linke im Bundestag                            fraktion@linksfraktion.de
Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen        info@gruene-bundestag.de
 
Es genügt ein kurzer Text wie:               Ich schließe mich den Fragen der 5 Lockdown-kritischen
                                                                    Professoren an.

 

Die Unterstützung ist allerdings nicht mehr erforderlich - es gibt schon eine kleine Anfrage, und die Antwort der Bundesregierung muss als Bundestagsdrucksache veröffentlicht werden. Ich werde sie an dieser Stelle sorgfältig analysieren!

 
Anfrage nach Art. 17 GG:
 
Wir sind 5 Professoren verschiedener Fachrichtungen und wir kommen zu der Einschätzung, dass die Reaktionen der Regierung auf die Covid-19-Pandemie angesichts der davon ausgehenden Bedrohungen nicht verhältnismäßig sind. Wir bitten Sie, die am Ende des folgenden Textes, auf den wir uns verständigt haben, gestellten Fragen im Rahmen einer parlamentarischen Anfrage an die Bundesregierung zu richten. Der Text steht unter dem Motto:

 

Die Schäden einer Therapie dürfen nicht größer sein als die Schäden einer Krankheit


Bei der massiven Einschränkung von Grundrechten hat der Staat eine Bringschuld, seinen Bürgern die Rechtfertigung immer wieder darzulegen. Dabei ist die Abwägung des Für und Wider der Maßnahmen nachvollziehbar zu erläutern. Sie sind nur zulässig, wenn sie zum Schutz eines überragend wichtigen Rechtsgutes zwingend erforderlich sind, wenn sie verhältnismäßig sind und es kein milderes Mittel gibt. Maßnahmen, die zur Erreichung des Zieles nicht geeignet sind, können nicht erforderlich sein, erst Recht nicht zwingend.
 
Es wurde bisher keine Abwägung der Folgen der Einführung der Maßnahmen gegenüber einem Verzicht darauf veröffentlicht. Wir zweifeln an, dass es diese Abwägung je gegeben hat. Seit Hippokrates' Losung "Erstens nicht schaden, zweitens vorsichtig sein, drittens heilen" ist unbestritten, dass die Schäden einer Therapie nicht größer sein dürfen als die Schäden einer Krankheit. Das gilt auch, wenn man vor der sprichwörtlichen Entscheidung zwischen Pest und Cholera steht.
 
Man sollte bei einer schwerwiegenden Entscheidung die Chancen nutzen, deren Eintritt einigermaßen wahrscheinlich ist und Risiken vermeiden, deren Konsequenzen bei einem Eintritt existenzvernichtend wären. Wenn man zwischen zwei entgegengesetzten Richtungen entscheiden muss, sollte man für beide Wege die wahrscheinlichen Folgen sowie Chancen und Risiken abwägen. Bei der Abwägung – sollte sie stattgefunden haben – wurde der enorme wirtschaftliche Schaden anscheinend nicht berücksichtigt. Es wurde auch nicht berücksichtigt, dass die Entwicklung eines Medikaments oder Impfstoffes innerhalb kurzer Zeit ausgeschlossen ist und dass die Lähmung des öffentlichen Lebens und der Wirtschaft über mehrere Monate unmöglich ist. Die sich in dieser Situation aufdrängende Problemlösung, über eine fortschreitende Infektion eines überwiegenden Teils der Bevölkerung eine Herdenimmunisierung zu erreichen, wurde anscheinend ohne jede Prüfung verworfen. 
 
Die psychischen Schäden lassen sich wirtschaftlich kaum quantifizieren. Die Schließung von Schulen, Kindertagesstätten und Spielplätzen schädigt unsere Kinder. Ihre Lernmotivation wird geschädigt und sie verlernen soziales Verhalten. Ihre Eltern werden zwischen Home-Office, Home-Schooling und Anspruch, die eigenen Kinder liebevoll betreuen zu wollen, zerrieben. Auch sie werden die aktuelle Situation nur zeitlich begrenzt aushalten können. Diese Belastungen erscheinen zudem völlig überflüssig, denn Kinder und Jugendliche zeigen bei einer Infektion kaum Symptome und in Deutschland leben sie auch nur sehr selten mit ihren Großeltern in einem gemeinsamen Haushalt, so dass von ihnen auch keine Infektionsgefahr für sog. Risikogruppen ausgeht.
 
Weil es mit der Herdenimmunisierung ein geeignetes und minder schweres Mittel gibt, wie Schweden, Südkorea oder Taiwan beweisen, sind die Maßnahmen der Regierung unzulässig. Es wurde nicht dargelegt, dass die Durchseuchung der Gesellschaft schwerwiegendere Folgen haben sollte als die Zerstörung der Wirtschaft und insbesondere der Zusammenbruch des Mittelstandes.
 
Wir zweifeln an, dass es überhaupt eine besondere Bedrohung der Bevölkerung und selbst der Risikogruppen gibt. In der Zeit vom 01.01. bis 04.03.2017 sind im zeitlichen Zusammenhang mit einer Grippewelle in der Altersgruppe ab 80 Jahren 25.243 Personen mehr gestorben als im gleichen Zeitraum des Jahres 2016, in dem vom Robert-Koch-Institut keine Grippewelle registriert wurde, wobei zur Vergleichbarkeit der 29.02.16 nicht berücksichtigt wurde. Im Zeitraum vom 13.02. bis 29.03.18 starben während einer anderen Grippewelle 23.971 Menschen dieser Altersgruppe mehr als im gleichen Zeitraum des Jahres 2016. Zwischen dem 02.07. und dem 23.08.18 starben während einer Hitzewelle 9.585 Menschen mehr als im gleichen Zeitraum des Jahres 2016. Zwischen dem 09.03. und dem 24.04.20 wurden vom Robert-Koch-Institut 3.349 Menschen registriert, die im Zusammenhang mit einer Covid-19-Infektion in den Altersgruppen ab 80 verstorben sind – seit dem 25.04. werden diese Zahlen nicht mehr veröffentlicht! Selbst wenn man bei „italienischen Verhältnissen“ hochgerechnet auf die größere Bevölkerung 6,7fache Todeszahlen als jetzt unterstellen würde, wäre noch keine Größenordnung wie im Januar/Februar 2017 oder März/April 2018 erreicht, als die Regierung keinen Anlass zum Handeln gesehen hat und die deshalb auch nicht als bedrohlich eingeschätzt wurde. Es ist auch nicht bedrohlich, wenn wie in den Jahren 2016 bis 2018 90 % der Verstorbenen 60 Jahre oder älter sind und wenn 96,6 % dieser Altersgruppe an Krankheiten statt an Unfällen oder Gewalthandlungen stirbt. Bei Covid-19-Infektionen konnten bisher keine von diesem normalen Verlauf deutlich abweichende Verhältnisse beobachtet werden.
 
Wenn es aber keine besondere Bedrohung gibt, sind besondere Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung unverhältnismäßig. Wenn bei über 25.000 Toten überhaupt keine Bedrohung vorgelegen hat, dann wird eine besondere Bedrohung wohl frühestens bei der dreifachen Anzahl* vorliegen können.
 
Die Tagesschau vom 21.04.20 zitierte den Basler Pathologe Tzankov: „Natürlich hätten die Verstorbenen viele Vorerkrankungen und die Lebenserwartung sei sicher kürzer als die von Gesunden. ‚Aber alle diese Patienten hätten wahrscheinlich ohne Covid-19 länger gelebt, vielleicht eine Stunde, vielleicht einen Tag, eine Woche oder ein ganzes Jahr.‘ Ohne das Coronavirus wären die Verstorbenen, die er obduziert habe, ‚wahrscheinlich noch am Leben‘." (https://www.tagesschau.de/investigativ/ndr-wdr/corona-obduktionen-103.html) Die Maßnahmen der Regierung ließen sich verfassungsrechtlich aber höchstens dann rechtfertigen, wenn damit eine große Anzahl von Menschenleben nachhaltig gerettet würde. Die Verlängerung einer Sterbephase ist kein überragend wichtiges Gemeinschaftsinteresse! Sie widerspricht wahrscheinlich sogar dem Interesse der Sterbenden. Eine Lebensverlängerung um ein Jahr reicht nicht aus. Sie könnte in keinem Fall die massenhafte Vernichtung der wirtschaftlichen Existenz mittelständischer Unternehmen oder ganzer Branchen (z.B. Gastronomie) rechtfertigen. Die aktuelle Situation unterscheidet sich grundlegend von der verfassungsrechtlichen Problematik beim Luftsicherheitsgesetz. Es geht nicht darum, ob der Staat wahrscheinlich Sterbende aktiv töten darf, um andere Menschen zu retten. Es ist zu fragen, ob der Staat mit unverhältnismäßig hohem wirtschaftlichen Schaden und mit massiven Grundrechtseinschränkungen das Leben von wahrscheinlich Sterbenden verlängern muss, oder ob er nicht Sterbende schneller sterben lassen darf (bzw. sollte oder muss), um die Grundrechte und die wirtschaftliche Existenz der Lebenden zu schützen.
 
Die Maßnahmen der Regierung erscheinen angesichts der enormen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Schäden, die sie verursachen, auch unverhältnismäßig. Wenn wegen des überwiegend hohen Alters und der Vorerkrankungen jeder potentiell Gerettete noch durchschnittlich 1.000 Tage** Restlebenszeit hätte, würden selbst bei 200.000 vermiedenen Todesopfern nur 200 Mio. Lebenstage gerettet. Bei einem wirtschaftlichen Schaden von 1.000 Mrd. € wären das 5.000 € pro gerettetem Lebenstag, und das wahrscheinlich bei stark eingeschränkter Lebensqualität. Diese hohen Kosten sind durch nichts zu rechtfertigen. Die Maßnahmen, die einen wirtschaftlichen Schaden in solcher Größenordnung verursachen, sind deshalb unverhältnismäßig. Zudem ist zu berücksichtigen, wie viele Menschen durch die unnötige Absage lebenswichtiger Operationen bereits jetzt zusätzlich verstorben sind und wie viele aufgrund der absehbaren Kürzung der Gesundheitsausgaben nach einer tiefen Rezession zusätzlich versterben werden.
 
Wenn die Regierung die Rechtfertigung für ihre Maßnahmen nicht dezidiert darlegen kann, wären sie aufzuheben. Deshalb verlangen wir Antworten auf folgende Fragen:
 
1) Welche konkreten Szenarien lagen am 13.03.20 vor, und aus welchen Grund hat sich die Regierung für Kontaktbeschränkungen und gegen die Herstellung der Herdenimmunität entschieden?
 
2) Was waren die Gründe, wegen der die Regierung in der Covid-19-Pandemie eine Bedrohung für die Bevölkerung sieht, obwohl sich die Sterblichkeit nicht wesentlich von den alltäglichen Todesfällen unterscheidet und sie sogar wesentlich niedriger ist als im Januar/Februar 2017, März/April 2018 und Juli/August 2018, als die Regierung keinerlei Aktivität gezeigt hat.
 
3) Mit welchen Gründen rechtfertigt die Regierung die hohen wirtschaftlichen Schäden und die zusätzlichen Sterbefälle, die aus ihren Maßnahmen resultieren, vor allem unter Berücksichtigung der geringen geretteten Lebenszeit.
 
4) Was sind die Gründe für die Schließung von Kindertagesstätten, Kindergärten, Schulen und Hochschule, wenn die Erkrankung doch an jungen Menschen spurlos vorbeigeht und eine natürliche Immunität möglichst vieler Menschen eher hilfreich im Kampf gegen noch wenig bekannte Erreger ist?"
   
Anmerkungen: 
*= bis 25.000 keine Bedrohung, 25-75.000 normale Bedrohung, über 75.000 besondere Bedrohung 
**=  lt. RKI liegt der Altersmedian der Verstorbenen bei 82 Jahren, es sind 58 % Männer (Restlebenserwartung 6,92 Jahre) und 42 % Frauen (8,21 Jahre) mit Corona-Infektion gestorben, woraus sich eine durchschnittliche Restlebenszeit von 7,46 Jahren ergibt. Wenn aber bei 75 % wegen der Vorerkrankungen eine Restlebenszeit von nur noch 365 Tagen unterstellt wird, dann ergibt sich ein gewogener Durchschnitt von 955 Tagen. 1.000 Tage dürften also nicht zu niedrig geschätzt sein
   
28. April 2020
 
Prof. Dr. Sucharit Bhakdi, ehem. Medizinische Mikrobiologie und Hygiene, Universität Mainz
 
Prof. Dr. Stefan Hockertz, Toxikologie/Immunologie, tpi consult GmbH, Bollschweil,
ehem. Univ. Hamburg
 
Prof. Dr. Stefan Homburg, Volkswirtschaftslehre, Universität Hannover
 
Prof. Dr. Werner Müller, Betriebswirtschaftslehre, Hochschule Mainz
 
Prof. Dr. Dr. Harald Walach, Psychologie, Universität Witten-Herdecke

 
Anmerkung:
Das Robert-Koch-Institut hatte mit dem täglichen Lagebericht vom 25.04.20 keine Zahlen mehr über die Verteilung der Verstorbenen nach Alter und Geschlecht mehr angegeben. Es wurde nur noch eine Zahl „ab 70“ genannt. Nachdem ich das auf meiner Website erwähnt habe, wurden mit dem Lagebericht vom 27.04.20, der am Abend noch nicht verfügbar war, wieder Zahlen genannt, jetzt aber mit einer anderen Abgrenzung der Altersgruppen. Weil die Endfassung des gemeinsamen Textes der „Fünf Professoren“ schon fertig war und am Morgen des 28.04.20 in die Genehmigung ging, konnte dieser Rückzieher des RKI nicht mehr in den Text einfließen.